123 Invest Gruppe: Kommentar

Wenn die Wirtschaft schwächelt, dann ist schlichtweg zu wenig Geld im Umlauf

Diese Aussage könnte freilich auch von heutigen Notenbankern stammen; sie stammt jedoch von John Law (1671-1729) und passt zu seinem geldpolitischen Abenteuer in Frankreich. Die Idee Laws ist heute so populär, wie sie damals neu war. Sie gilt als ein Leitbild der späteren keynesianischen Theorie, die jedoch immer in einer Lethargie endete, denn die Haushalte und Unternehmen bestimmten ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr die Höhe ihrer Konsum- bzw. Investitionsausgaben von der im Umlauf befindlichen Geldmenge, sondern einzig in Abhängigkeit von ihren langfristigen Einkommenserwartungen.

Meinen Sie nicht auch, dass wir bereits von einer gewissen Lethargie sprechen, wenn die Kapitalmarktzinsen trotz des soliden zyklischen Aufschwungs derartig niedrig sind? Zumindest scheitern unsere Versuche, die Strategie der Notenbanken mithilfe von politischen Risiken, Sparüberschuss oder einem nahenden Abschwung zu erklären. Aus den wirtschaftlichen Daten lässt sich die Zinsentwicklung kaum erklären. Im Gegenteil: Reales Wachstum plus Inflation ergeben laut einer aktuellen Studie in der Eurozone rund 3 Prozent, in den USA sogar über 4,5 Prozent Zinsen.

Gleichzeitig nutzen die Staaten jedoch nicht ihre Überschüsse, um sich auf die kommenden Zinsanstiege vorzubereiten. Besteht hier ein Interessenskonflikt oder fürchtet man sich weiterhin vor einer stärkeren Rezession?

In seiner jüngsten Notenbanksitzung mahnte Draghi zunächst zu mehr Reformen und Sparmaßnahmen innerhalb der europäischen Staaten. Zwar floriere die Wirtschaft, dennoch müsse man sich – wenn auch kontrolliert und langsam – auf die kommenden Zinserhöhungen und demnach auch auf eine höhere Belastung aufgrund der Staatsverschuldungen vorbereiten. So langsam bleibt den Notenbankern – insbesondere denen der EZB – nicht mehr viel Zeit die Zinsen auf solche Niveaus zu steigern, obwohl dies mit erheblichen Einwirkungen auf die Kapitalmärkte einhergehen könnte.

Wir denken, dass eine Diversifikation und Investitionen außerhalb von Industrieunternehmen momentan das einzige Mittel sind, etwaige Risiken einer Deflation zu minimieren. Auch wenn die Schwankungsbreite der internationalen Aktienmärkte in den letzten Handelswochen nicht weiter angestiegen ist, verharrt sie noch immer auf einem vergleichsweise hohen Level, was die Theorie von zukünftiger Unsicherheit befürwortet.

Ihre 123 Invest GmbH
Team Investor Relations & Research

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